In den 1980er Jahren von der Bundesregierung ins Leben gerufen, zielte das Projekt in der Oberpfalz darauf ab, an einem zentralen Standort im Land 500 Tonnen abgebrannte Kernbrennstäbe pro Jahr zu recyceln und Plutonium sowie Uran zur Wiederverwendung in Kernkraftwerken zu gewinnen. Doch die Pläne für die Anlage lösten massive öffentliche Proteste vor Ort und bundesweit aus. Denn nicht nur die einheimische Bürgerschaft hatte Bedenken, dass aufgrund der Binnenlage bei möglichen Störfällen große Teile Europas verseucht würden. Heftige Kritik rief darüber hinaus die geplante Entsorgung radioaktiver Abwässer über die Naab in die Donau und weiter in das Schwarze Meer hervor. Die Demonstrationen waren aber auch geprägt von teils heftigen Zusammenstößen, bei denen Einsatzkräfte Tränengas, Wasserwerfer und Schlagstöcke nutzten, was zu Verletzungen auf beiden Seiten führte. Letztendlich führten die massive öffentliche Gegenwehr, eskalierende Kosten und zunehmende Sicherheitsbedenken zur Aufgabe des Projekts.





