Fellzeichnung und Gestalt erinnerten auf den ersten Blick an Pferde oder Zebras. Doch Spuren im Boden erzählten eine andere Geschichte. Die Hufe waren gespalten und verwiesen damit auf einen Paarhufer. Was zunächst rätselhaft erschienen war, fügte sich nun Schritt für Schritt zusammen: die Form des Schädels, die Anordnung der Zähne, die Struktur der Knochen. All das zeigte letztlich eine überraschende Nähe zur Giraffe.
Für die Wissenschaft glich diese Erkenntnis einer Sensation. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts trat ein großes Säugetier in die zoologischen Systeme ein, das dort bislang keinen Platz gehabt hatte. Man einigte sich auf den Namen „Okapi“, abgeleitet aus den Bezeichnungen der Menschen vor Ort. Lokales Wissen fand so in seiner Benennung Eingang in die „europäische“ Ordnung der Natur.





