Neueren Schätzungen zufolge waren es rund 30 000 Berlinerinnen, die mit bloßen Händen, Körben und Schubkarren Straßen vom Schutt befreiten, Ziegel säuberten und beim Wiederaufbau von Wohnhäusern halfen. Die Arbeit war hart und kräftezehrend – doch viele Frauen meldeten sich auch, weil sie dadurch Zugang zu begehrten Lebensmittelzuteilungen erhielten.
Der Begriff „Trümmerfrau“ wurde allerdings erst Jahre später geprägt – und entwickelte sich zu einem politisch aufgeladenen Mythos. Die Geschichtswissenschaft zeichnet heute ein differenzierteres Bild: Neben vielen Frauen trugen auch zahlreiche Männer, Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und ausländische Helfer entscheidend zum Wiederaufbau der Städte bei. Dennoch bleibt unbestritten: Ohne den Einsatz Tausender Berlinerinnen wäre der Neuanfang in der Stadt nach 1945 kaum denkbar gewesen.





