Am 15. November 1985 unterzeichneten die britische Premierministerin Margaret Thatcher und Irlands Regierungschef Garret FitzGerald im Schloss Hillsborough das Anglo-Irische Abkommen. Es gewährte Dublin erstmals ein offizielles Mitspracherecht in nordirischen Angelegenheiten. Zugleich wurde festgeschrieben, dass eine Vereinigung nur bei Zustimmung der nordirischen Mehrheit erfolgen könne – ein Prinzip, das später zum Grundpfeiler des Friedensprozesses wurde.
Während viele Katholiken das Abkommen begrüßten, sahen die protestantischen Unionisten darin einen Verrat. Trotz des Widerstands markierte das Abkommen einen diplomatischen Durchbruch: London und Dublin erkannten an, dass eine Lösung des Konflikts nur durch Zusammenarbeit möglich war. Auch international wurde das Abkommen als Signal gewertet, dass die jahrzehntelange Gewalt nicht länger allein mit militärischen Mitteln bekämpft werden konnte.





