In der Folge eröffnete Deodat im Keller seines Hauses am Haarmarkt (heute Rotenturmstraße), direkt am Stephansplatz, Wiens erstes Kaffeehaus. Das „Cave Gewölb“, wie er es nannte, hatte noch nichts mit dem gemütlichen oder mondänen Kaffeehaus-Ambiente späterer Jahrhunderte zu tun, sondern war ein dunkler, mit Kerzenlicht nur spärlich beleuchteter Raum, in dem neben einfachen Holzbänken und Holztischen nur ein Röstofen stand. Die Kundschaft waren Männer, überwiegend Kaufleute, die sich bei Kaffee zu Handelsgeschäften trafen. Frauen sollte man erst viel später in den Wiener Kaffeehäusern antreffen, und dies zunächst nur in männlicher Begleitung .
Der Kaffeeausschank war ein Erfolg, doch musste Deodat Wien wegen einer Spionageaffäre verlassen. Da war die aufstrebende Kultur des Kaffeetrinkens und der Kaffeehäuser aber schon nicht mehr aufzuhalten: 15 Jahre nach Eröffnung des „Cave Gewölb“ zählte Wien vier Kaffeehäuser, im 19. Jahrhundert über 1000.





