Am 17. November 1890 konstituierte sich in Berlin die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands. Zum ersten Mal entstand ein übergreifendes Organ, das die freien, sozialistisch orientierten Gewerkschaften koordinierte. Es sollte die zersplitterten Fachverbände einen, gemeinsame Strategien entwickeln und den Arbeitern mehr politisches Gewicht verleihen.
Zum Vorsitzenden wurde Carl Legien gewählt. Er erkannte, dass die Stärke der Bewegung nicht allein in Protesten lag, sondern in dauerhaften Organisationen.
Unter seiner Führung entstanden Strukturen, die Tarifpolitik, Streiks und Mitgliederorganisation auf ein neues Niveau hoben. Damit wuchs der Einfluss der Gewerkschaften weit über die Betriebe hinaus. Die Gründung der Generalkommission stellte einen Meilenstein dar: Erstmals existierte ein zentrales Sprachrohr der Arbeiterschaft, das sowohl koordinierend als auch repräsentativ wirkte. Sie bereitete den Weg für den späteren Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund und gilt bis heute als die Geburtsstunde der modernen Gewerkschaftsbewegung in Deutschland.





