Die EPU schuf Abhilfe: Statt jedes Geschäft einzeln in harter Währung zwischen den Ländern zu begleichen, konnten die Mitgliedsstaaten ihre gegenseitigen Forderungen über die EPU verrechnen. Etwaige verbleibende Salden mussten schließlich nicht mehr in Dollar ausbezahlt werden, sondern wurden dem jeweiligen Land gutgeschrieben. Solange die Salden der Ein- und Ausfuhren jedes Mitgliedslandes ausgeglichen blieben, waren Devisen oder Gold nicht mehr erforderlich. So wurde der Waren- und Zahlungsverkehr erleichtert.
Bis 1958 half die EPU, als eine Art Clearingstelle, Handelsschranken abzubauen und das Vertrauen in die nationalen Währungen wiederherzustellen. Die EPU galt als wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer freieren und enger verflochtenen europäischen Wirtschaftsgemeinschaft – und als Vorläufer der späteren Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Zugleich förderte sie den Glauben an die Idee, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit dauerhaften Frieden sichern könne.





