1990 wurde die Forschungsstelle mit der Berufung ihres Leiters Dr. Lutz Ilisch und der räumlichen Unterbringung im Gebäude der Universitätskasse gegründet. Sie gehört zur Abteilung Orient- und Islamwissenschaft des Asien-Orient-Instituts der Universität Tübingen und wurde geschaffen, um eine wertvolle Sammlung von 29.000 Stücken aus Gold, Silber und Kupfer wissenschaftlich zu erschließen, die die Universität Tübingen mit Hilfe der VolkswagenStiftung erwerben konnte. Durch gezielte Zustiftungen ist der Bestand heute auf 72.000 Münzen angewachsen – die Sammlung gehört damit zu den drei größten in der Welt neben jener im Nationalmuseum Qatar und der Sammlung der American Numismatic Society. Anfangs stand neben der Publikation der Sammlung in großformatigen Tafelbänden die Organisation von Forschungstagungen und die Lehre im Vordergrund der Arbeit der Forschungsstelle. Heute ist sie eine öffentliche Sammlung mit Arbeitsplätzen für Wissenschaftler aus aller Welt, die die weltweit einzigartige Tübinger Sammlung wie ein Archiv für ihre Forschungsvorhaben nutzen. Stipendien des DAAD, der Humboldt-Stiftung oder des ägyptischen Ministeriums für Hochschulbildung bringen Forscher aus dem Nahen Osten und Zentralasien nach Tübingen. Als neuer Arbeitsbereich ist in den letzten Jahren die Bestimmung der in slawischen Gebieten Deutschlands östlich der Elbe häufig von Archäologen gefundenen arabischen Silbermünzen hinzugekommen.





