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Sklavenhändler in Irland
Zeitpunkte · 20. Juni 1631

Sklavenhändler in Irland

Keine Gnade für die Bewohner Baltimores (Gemälde von William Small, 19. Jahrhundert). Bridgeman Images / Look and Learn

Baltimore war ein friedlicher Marktflecken im County Cork an der Südwestküste Irlands und zu Beginn des 17. Jahrhunderts ein florierender Fischerei- und Handelsort. 1631 lebten dort mehrere Hundert Menschen, nicht nur Iren, sondern auch zahlreiche Engländer. Niemand von ihnen ahnte die Gefahr, die von den zwei Schiffen ausging, die Anfang Juni dieses Jahres an der Küste gesichtet worden waren. Ebenso bemerkte niemand, wie in der Nacht zum 20. Juni Männer auf einem Ruderboot übersetzten, um zunächst Baltimore und das Umland auszukundschaften. Es waren Korsaren, die mit ihren beiden Schiffen wenige Monate zuvor von Algier aus nach Nordeuropa aufgebrochen waren.
Autor
Redaktion
01. Juni 2026
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Zeitpunkte

Aber nicht Gold und andere Schätze suchten sie, sondern weiße Europäer, die sie als Sklaven verkaufen wollten. Gegen zwei Uhr nachts am 20. Juni 1631 griffen die Piraten die schlafenden Bewohner Baltimores an, rissen sie aus ihren Betten und setzten ihre Behausungen in Brand. Über 100 Männer, Frauen und Kinder wurden in die Sklaverei verschleppt. Die Angreifer unter ihrem Anführer Murad Reis, einem gebürtigen Niederländer, hatten dabei die Hilfe des irischen Fischers John Hackett, dessen Boot sie kurz vor dem Angriff gekapert hatten. Für seine Freilassung führte Hackett die Piraten wohl nach Baltimore – wofür er später hingerichtet wurde.

Baltimore wurde zur Geisterstadt. Die verängstigten Bewohner, sofern sie der Verschleppung entgangen waren, gaben den Ort auf und zogen ins Landesinnere.

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