Aber nicht Gold und andere Schätze suchten sie, sondern weiße Europäer, die sie als Sklaven verkaufen wollten. Gegen zwei Uhr nachts am 20. Juni 1631 griffen die Piraten die schlafenden Bewohner Baltimores an, rissen sie aus ihren Betten und setzten ihre Behausungen in Brand. Über 100 Männer, Frauen und Kinder wurden in die Sklaverei verschleppt. Die Angreifer unter ihrem Anführer Murad Reis, einem gebürtigen Niederländer, hatten dabei die Hilfe des irischen Fischers John Hackett, dessen Boot sie kurz vor dem Angriff gekapert hatten. Für seine Freilassung führte Hackett die Piraten wohl nach Baltimore – wofür er später hingerichtet wurde.
Baltimore wurde zur Geisterstadt. Die verängstigten Bewohner, sofern sie der Verschleppung entgangen waren, gaben den Ort auf und zogen ins Landesinnere.





