Die Sammlung des Waffenmuseums dokumentiert anhand von 300 Exponaten – vom Steinschlossgewehr mit Feuersteinzündung bis zur vollautomatischen Multifunktionswaffe mit elektronischer Visierung, von der Pürschbüchse bis zum Hochleistungssportgewehr – die Technikgeschichte der Infanteriewaffen, die Konstruktion und Fertigung sowie die Entwicklung seit zwei Jahrhunderten und ermöglicht einen Einblick in die Geschichte eines Gewerbes, das Oberndorf weltbekannt gemacht hat. Dabei wird ein Bogen von der Gründungsgeschichte der Königlich Württembergischen Gewehrfabrik und der Produktion früher Hand- und Faustfeuerwaffen zwischen 1812 und 1872 über die waffentechnischen Innovationen der Brüder Wilhelm und Paul Mauser bis zu den Waffen für die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, der Demontage der Werke nach 1945 und dem Neubeginn der Waffenproduktion in den fünfziger Jahren gespannt. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Verbot der Waffenfertigung erfolgte eine Umorientierung auf „Friedensprodukte“, wovon Spezial-Nähmaschinen und Automobile zeugen, die ebenfalls im Museum ausgestellt sind. Ebenso beleuchtet wird die weltweite Bedeutung der Firmen Heckler & Koch sowie Feinwerkbau Westinger und Altenburger. Während erstere heute zahlreiche Armeen in der NATO und Polizeien in der EU mit Waffen ausrüstet, steht letztere für Präzisions-Sportwaffen hoher Qualität.
Den Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten macht am 31. Juli ein Museumsfest, dem sich ein vielfältiges Programm bis zum Ende des Jahres anschließt. Am Sonntag, den 31. Juli, erwarten den Besucher Führungen durch das Museum sowie die historische Bürgerwehr und Trachtengruppe aus Villingen, die neben einem Aufmarsch, einem Fahnenappell und Salutschießen auch musikalische Unterhaltung bietet. Ein Vortrag über „das Werden der Königlichen Gewehrfabrik“ (Referent: Andreas Kussmann-Hochhalter) rundet den Abend ab.
Weiteres Programm: 11. September 2011: Stadtrundgang zum Thema „Industrie- und städtebauliche Entwicklung Oberndorfs im 19. Jahrhundert“. Ausstellung „gebaute Industrie-Kultur. Der Architekt Philipp Jakob Manz“ (Referentin: Dr.-Ing. Kerstin Renz). 16. September 2011: Vortrag „Von der Königlichen Gewehrfabrik zur Waffenfabrik der Gebrüder Mauser“ (Referent: Andreas Kussmann-Hochhalter). 16. Dezember 2011: Vortrag „200 Jahre Wirtschaftgeschichte in Oberndorf am Neckar“ (Referent: Prof. Dr. Gert Kollmer-von Oheimb-Loup).
Museum im Schwedenbau, Oberndorf am Neckar





