Auch wenn wir den Begriff Basilika heute mit Kirchenbauten assoziieren, geht dieser Gebäudetyp auf ursprünglich weltliche Bauten aus der Zeit der Römer zurück. Damals dienten diese von Säulenreihen durchzogenen Hallenbauten als öffentliche Bauten, in denen Handel getrieben wurde, Gerichtsitzungen abgehalten wurden und öffentliche Debatten stattfanden. Auch religiöse Zeremonien wurden zum Teil in diesen antiken Prachtbauten abgehalten.
Prachtbau aus der Zeit des Herodes
Eine der größten römischen Basiliken im Nahen Osten stand einst in der israelischen Stadt Aschkelon. Vor rund 2000 Jahren war sie ein wichtiger Handelshafen, in dem Schiffe aus Kleinasien und aus den europäischen Mittelmeerhäfen anlegten. Von der Bedeutung der Stadt während der Zeit der Römer zeigen unter anderen die Ruinen eines antiken Theaters und der Basilika. “Die Basilika wurde unter Herodes dem Großen erbaut – einer historischen Quelle nach stammte seine Familie aus Aschkelon”, erklären Ausgrabungsleiterin Rachel Bar-Natan von der israelischen Antikenbehörde und ihre Kollegen. “Münzen aus herodianischer Zeit, die in den Strukturen des antiken Fußbodens gefunden wurden, bezeugen, dass diese Basilika in der Zeit dieses für seine Bauwerke berühmten Herrschers errichtet wurde.”

Die Ausgrabungen förderten rund 200 Marmor-Fundstücke mit einem Gesamtgewicht von hunderten Tonnen zutage, darunter Dutzende von Säulenkapitellen mit Pflanzenmotiven. Einige dieser Säulen sind mit Adlerreliefs verziert – dem Symbol des römischen Reiches, wie die Archäologen erklären. Analysen des Marmors legen nahe, dass dieses Material aus Kleinasien stammte und per Schiff nach Aschkelon gebracht worden war. “Das riesige Gebäude war überdacht und in drei Bereiche aufgeteilt – eine zentrale Halle und zwei Seitenschiffe”, berichten Bar-Natan und ihre Kollegen. “Die Halle war von Reihen von Marmorsäulen umringt, die rund 13 Meter in die Höhe ragten und das Dach des Gebäudes trugen. Boden und Wände des Bauwerks bestanden ebenfalls aus Marmor.”
Von einem Erdbeben zerstört
Von der einstigen Pracht des Basilika zeugen auch riesige Statuen, die Archäologen schon vor Jahrzehnten zutage gefördert hatten. Darunter ist eine Statue der römischen Siegesgöttin Nike, die vom speertragenden Gott Atlas gestützt wird. Auch eine Statue der ägyptische Göttin Isis wurde gefunden, welche die Göttin als Tyche und damit als die Glücksgöttin der Stadt darstellt. Aus den Funden und historischen Aufzeichnungen geht hervor, dass die Basilika von Aschkelon im zweiten und dritten Jahrhundert noch einmal renoviert, mit zusätzlichen Marmorverzierungen versehen und durch ein kleines Theater ergänzt wurde, wie das Forschungsteam berichtet.





