Doch das Wetter spielte nicht mit. Statt die Versuche fortzusetzen, schob Becquerel die präparierten Platten mitsamt den Uransalzen in eine Schublade. Als er die Platten einige Tage später entwickelte, zeigte sich das Unerwartete: eindeutige Schattenbilder, ganz ohne Sonneneinstrahlung. Die Strahlung musste vom Uran selbst ausgegangen sein. Damit trat ein neues Phänomen ins Bewusstsein der Wissenschaft – später „Radioaktivität“ genannt.
Was wie ein missglückter Labortag begann, wurde zum Wendepunkt: Aus grauem Himmel, Schublade und ein paar unscheinbaren Kristallen erwuchs eine Entdeckung, die Physik, Medizin und Technik des 20. Jahrhunderts prägte. Sie öffnete den Weg zu neuen Erkenntnissen, aber auch zu deren Schattenseiten.





