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Verborgene Strahlung
Zeitpunkte · 27. Februar 1896

Verborgene Strahlung

Am 27. Februar 1896 lag Paris unter einem trüben Himmel. Henri Becquerel, Physiker und Mitglied der Académie des Sciences, wartete eigentlich auf Sonne. Seit Wochen versuchte er nachzuweisen, dass bestimmte, im Licht nachleuchtende Stoffe unter Sonneneinstrahlung eine neue, unsichtbare Strahlung aussenden – ähnlich den erst kurz zuvor entdeckten Röntgenstrahlen. Dafür legte er Uransalze auf fotografische Platten, die er in schwarzes Papier gewickelt hatte, dazwischen Münzen oder kleine Metallkreuze. Auf den entwickelten Platten zeichneten sich ihre Silhouetten ab – ein verblüffender Effekt, den er zunächst dem Sonnenlicht zuschrieb.
Autor
DAMALS-Redaktion
31. Januar 2026
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Zeitpunkte

Doch das Wetter spielte nicht mit. Statt die Versuche fortzusetzen, schob Becquerel die präparierten Platten mitsamt den Uransalzen in eine Schublade. Als er die Platten einige Tage später entwickelte, zeigte sich das Unerwartete: eindeutige Schattenbilder, ganz ohne Sonneneinstrahlung. Die Strahlung musste vom Uran selbst ausgegangen sein. Damit trat ein neues Phänomen ins Bewusstsein der Wissenschaft – später „Radioaktivität“ genannt.

Was wie ein missglückter Labortag begann, wurde zum Wendepunkt: Aus grauem Himmel, Schublade und ein paar unscheinbaren Kristallen erwuchs eine Entdeckung, die Physik, Medizin und Technik des 20. Jahrhunderts prägte. Sie öffnete den Weg zu neuen Erkenntnissen, aber auch zu deren Schattenseiten.

HimmelPlattenStrahlung
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