Für Papst Clemens war seine junge Verwandte, die gleich nach ihrer Geburt beide Eltern verloren hatte, eine wichtige Spielfigur auf dem politischen Schachbrett Europas, und er hatte sorgfältig erwogen, welche Heiratsverbindung für ihn die taktisch klügste sei. Von einer Allianz mit dem französischen König versprach er sich das meiste. Der Ehevertrag, den er mit Franz I. aushandelte, beinhaltete denn auch zahlreiche Versprechungen und Zugeständnisse an die französische Krone. Der Einzug Katharinas in Marseille und die anschließende Trauung mit dem gleichaltrigen Heinrich, die anschließenden Feierlichkeiten, Bälle, Turniere: All das hätte prunkvoller nicht sein können – eine Traumhochzeit. Doch Papst Clemens starb im Jahr darauf, ohne dass seine Versprechungen an Franz I. erfüllt worden wären. Auch Katharinas Mitgift wurde nie bezahlt. Bis zum Tod ihres Mannes, des späteren Königs Heinrich II., hatte sie um ihre Position am Hof zu kämpfen.





