Dabei war die Grundidee, Exkremente mittels Wasser zu beseitigen, nicht neu. Auch die Römer hatten in ihren öffentlichen Latrinen schon auf Wasserkanäle und fließendes Wasser gesetzt. Doch machte bald das Schamgefühl dem Gemeinschaftserlebnis beim Verrichten des Geschäfts ein Ende. Und so dominierten, schon mangels funktionierender Kanalisation, während des Mittelalters und bis weit in die Neuzeit Leibstühle, Latrinen oder Sickergruben, die nicht selten überzulaufen drohten.
Haringtons Erfindung, die er „Ajax“ nannte, bot zwar den Vorteil, dass die Toilette nicht mehr geleert werden musste, aber das Geruchsproblem blieb bestehen. Bis der schottische Uhrmacher und Erfinder Alexander Cumming auf die simple wie geniale Idee kam, ein Wasserklosett mit einem Spülhebel und einem zweifach gebogenen, S-förmigen Abflussrohr zu versehen. Das in der unteren Biegung stehende Wasser wirkte als Geruchsbarriere, faule Gerüche wurden dadurch ferngehalten: Cumming hatte den Siphon erfunden. Am 3. Mai 1775 ließ er ihn patentieren.





