Die Insel Sizilien – wegen ihrer dreieckigen Gestalt auf Landkarten wurde sie auch „Trinakrien“ genannt – stand zu Beginn des 9. Jahrhunderts noch unter byzantinischer Herrschaft. Im Lauf der folgenden rund 100 Jahre wurde sie von Arabern und Berbern erobert. Diese machten Palermo zur neuen Hauptstadt. Dort regierten von 948 an Emire aus der Dynastie der Kalbiden, die theoretisch den in Ifriqija, dem heutigen Tunesien, und dann auch in Ägypten herrschenden schiitischen Fatimiden unterstanden, praktisch jedoch selbständig waren.
Infolge einer zunehmenden Einwanderung von Berbern aus Nordafrika und der Konversion eines Teils der einheimischen christlichen Bevölkerung zum Islam waren um 1050 mehr als zwei Drittel der Bewohner Siziliens Muslime; die meisten Christen lebten im Val Demone, im Nordosten der Insel. Als die Kalbiden-Emire in Palermo zunehmend an Macht verloren, zerfiel Sizilien in kleinere Herrschaftsbereiche unter lokalen Machthabern, die sich gegenseitig bekämpften. …
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Prof. Dr. Hubert Houben





