Im Jahr zuvor war Cortés mit einer Truppe von etwa 500 Mann in Tenochtitlan, der prächtigen Hauptstadt des Aztekenreichs, eingezogen. Herrscher Moctezuma II. hatte ihn gewähren lassen, sich ihm gegenüber sogar gastfreundlich gezeigt. Doch Cortés nahm Moctezuma in dessen eigenem Palast gefangen und versuchte, mit ihm als Faustpfand die Stadt unter seine Kontrolle zu bringen. Als er aufgrund anderer Konflikte kurzzeitig die Stadt verließ, kam es zum blutigen Aufstand der Mexica, wie die Azteken sich selbst nannten, gegen die verbliebenen spanischen Besatzer.
Auch nach seiner Rückkehr konnte Cortés die Lage nicht unter Kontrolle bringen, auch nicht, indem er Druck auf Moctezuma ausübte, seine revoltierenden Untertanen zur Aufgabe zu bewegen. Am Ende war Moctezuma II. tot, und den Spaniern blieb nur noch ein Ausweg: In der noche triste („traurigen Nacht“) des 30. Juni 1520 flohen sie aus der Stadt, um schließlich bei Popotla unter der sagenhaften Zypresse Rast zu machen. Cortés hatte eine demütigende Niederlage erlitten.
Doch wurde die noche triste auch für die Azteken zur Tragödie, als Cortés im Jahr darauf zurückkehrte, mit brutaler Härte das Aztekenreich unterwarf und den Untergang einer Zivilisation herbeiführte.





