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Treue bis zum Scheiterhaufen
Zeitpunkte · 30. Mai 1416

Treue bis zum Scheiterhaufen

Hieronymus von Prag wird als Ketzer auf dem Scheiterhaufen hingerichtet (Holzschnitt von 1558, spätere Kolorierung). akg-images

Der böhmische Reformator und Mitbegründer der hussitischen Lehre Hieronymus von Prag stand lange im Schatten seines Freundes Jan Hus – obwohl Chronist Ulrich von Richenthal befand, Hieronymus sei viel gelehrter gewesen als jener. Er studierte an den Universitäten in Prag, Paris, Heidelberg und Köln. Davor hatte er auf einer Studienreise nach Oxford die Schriften des englischen Reformators John Wyclif kennengelernt und verteidigte fortan dessen Lehren überall, wohin ihn seine Reisen verschlugen. Hieronymus war ein geschliffener Redner und leidenschaftlicher Kämpfer für eine reformierte Kirche.
Autor
Redaktion
01. Mai 2026
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Zeitpunkte

Als er hörte, dass Jan Hus auf dem Konstanzer Konzil entgegen dem zugesicherten freien Geleit verhaftet worden war, reiste er trotz Warnungen an den Bodensee, um dem Freund zu helfen. Die Sache war aussichtslos, Hus’ Hinrichtung war nicht zu verhindern, und Hieronymus wusste, dass auch er verhaftet werden sollte. Unerkannt versuchte er, nach Prag zurückzureisen. Doch unterwegs griff man ihn auf, lieferte ihn nach Konstanz aus und kerkerte ihn dort ein. Um einer Verurteilung zu entgehen, sagte sich Hieronymus von Jan Hus und der reformatorischen Lehre los, widerrief dies aber, als ihm klar wurde, dass seine Redekunst nichts nützen und er dem Scheiterhaufen nicht entkommen würde. Er wurde vom Konstanzer Konzil der Ketzerei schuldig gesprochen und am 30. Mai 1416 grausam hingerichtet.

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