Die Beute der Mittelmeer-Piraten waren nicht vorrangig Waren, sondern Menschen, die sie entführten und zu Sklaven machten. Um diese freizukaufen, verlangten die Piraten ein zuweilen horrendes Lösegeld. So entstanden Institutionen, die sich um die Gefangenenbefreiung kümmerten, zum Beispiel Orden und Mittelsmänner. Aber auch die Geschichte des Versicherungswesens ist ganz unmittelbar mit der Piraterie verbunden. Ab dem 14. Jahrhundert entstanden große Versicherungszentren für den Handel im Mittelmeer – schließlich waren alle daran interessiert, dass der Handel nicht durch Angst vor Piraten zum Erliegen kam.
Um die Geschichte der Mittelmeer-Piraterie im Mittelalter zu erforschen, ist Nikolas Jaspert vom Lehrstuhl für die Geschichte des Spätmittelalters der RUB in die Archive der jeweiligen Länder gereist und hat dort die Quellen in mühsamer Kleinarbeit studiert. Die Quellengruppen sind ganz unterschiedlicher Natur: Beschwerdeschreiben an einen König, Bettelerlaubnisse oder Register, in denen Ausgleichszahlungen festgehalten wurden, gehören dazu. Bei den meisten Dokumenten handelt es sich um alte, schwer lesbare Handschriften; nur schätzungsweise ein Prozent ist überhaupt gedruckt. In der auch online verfügbaren aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins RUBIN der Ruhr-Universität Bochum (http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/) ist ein vollständiger Artikel zu diesem Thema enthalten.





