Namensgeber von Pennsylvania war der Engländer William Penn. Er war ein überzeugter Quäker und wollte dieses Gebiet zu einem Zufluchtsort für alle diejenigen machen, die wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. 1677 besuchte Penn pietistische Gemeinden entlang des Rheins, um Siedler für seine geplante Kolonie anzuwerben. Als er abgereist war, verfolgte vor allem eine Gemeinde das Ziel weiter, eine Siedlung in Nordamerika aufzubauen. Nicht nur Pietisten, sondern auch Quäker und Mennoniten sollten dort aufgenommen werden. Man beauftragte den Juristen Franz Daniel Pastorius, die Gruppe in die 1681 gegründete Kolonie Pennsylvania zu führen.
Am 20. August 1683 landeten Pastorius und weitere acht Frankfurter Auswanderer in Philadelphia. Knapp zwei Monate später, am 6. Oktober, stand Pastorius dann gemeinsam mit Willam Penn am Hafen, um weitere 33 Krefelder Mennoniten zu begrüßen. Die nun insgesamt 42 Deutschen erwarben vor allem mit Frankfurter Geldern 16.000 Hektar Land knapp zehn Kilometer von Philadelphia entfernt. Das Geld bekam die neue Staatskasse – nicht die Delaware und Shawnee Indianer, welche die Gegend seit Jahrhunderten bewohnten.
Von der historischen Vielfalt der Konfessionen in “Germantown” zeugen noch heute die verschiedenen Kirchen und die ehemals als religiöse Versammlungsräume genutzten Häuser entlang der Hauptstraße. Mag auch auf den Straßen das “Pennsylvanisch Deitsch” kaum mehr zu hören sein, in vielen Teilen Pennsylvanias, insbesondere in den Wohngebieten der Amischen, ist dieser pfälzisch-amerikanische Dialekt noch lebendig. Die Erinnerung an die deutsche Einwanderung unter anderem nach Pennsylvania wird zudem durch den „German-American Day“ wach gehalten. Der Tag wurde 1983 vom damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan anlässlich des 300. Jahrestages der deutschen Immigration ins Leben gerufen und wird seitdem jährlich am 6. Oktober, dem Gründungstag “Germantowns”, gefeiert.
Zu “Germantown” und anderen bedeutenden Meilensteinen in der deutschen Auswanderergeschichte informiert auch das Auswandererhaus in Bremerhaven. Dort können die Besucher anhand von realen Familiengeschichten den Weg verfolgen, den deutsche Emigranten im 19. und 20. Jahrhundert in die Neue Welt nahmen. Gleichzeitig lernen sie in dem Erlebnismuseum die Schicksale von Menschen kennen, die in den vergangenen 300 Jahren nach Deutschland gekommen sind: Während Pietisten, Mennoniten und Quäker Deutschland aufgrund von religiöser Verfolgung verließen, zogen französische Protestanten fast zeitgleich in ihr deutsches Nachbarland, um dort in Frieden zu leben. Alleine bis zum Jahr 1700 fanden etwa 30.000 Hugenotten Zuflucht in Deutschland. Darunter der Hugenotte Philippé Connor, der 1710 nach Berlin ging und dessen Nachfahren in achter Generation auch heute noch dort leben und in der Französischen Gemeinde aktiv sind.





