Nach seinem Tod im Jahr 1384 wurden seine Lehren von seinen Anhängern, den Lollarden, bis ins ferne Böhmen weiterverbreitet. Zu denen, die sie geradezu verschlangen, gehörte Jan Hus. „Gott gebe dir das himmlische Königreich“, notierte er begeistert an den Rand einer Wyclif-Schrift. Doch wie die Lollarden zog sich auch der böhmische Reformator die Gegnerschaft der Kirche zu. Die „Causa Jan Hus“ wurde auf dem 1415 eröffneten Konstanzer Konzil verhandelt und war gleichsam auch eine „Causa Wyclif“. Am 4. Mai verdammte das Konzil in 45 Artikeln die Lehren John Wyclifs und ordnete die Verbrennung seiner Schriften an. Wyclifs Gebeine sollten exhumiert und ebenfalls verbrannt werden. Jan Hus wurde noch im selben Jahr in Konstanz als Ketzer auf dem Scheiterhaufen hingerichtet.
Wyclifs Gebeine wiederum wurden erst 14 Jahre später ausgegraben, verbrannt und die Asche verstreut. Die Lehren dieser beiden wichtigsten Wegbereiter der Reformation ließen sich freilich nicht mehr aus der Welt tilgen.





