So machte Friedrich V. schließlich eigene religiöse Motive geltend und reiste mit dem Verweis auf den Willen Gottes nach Prag. Am 4. November 1619 wurde der Calvinist dort im Veitsdom zum König von Böhmen gesalbt und gekrönt. Die Begeisterung, mit der die Böhmen Friedrich und seine Gemahlin empfangen hatten, währte nur kurz. Verständigungsprobleme, höfische Extravaganzen und zu große religiöse Unterschiede entfremdeten Königspaar und Volk schnell. Die kaiserliche Propaganda, die ihm den Spottnamen „Winterkönig“ verlieh, behielt recht: Die Schlacht am Weißen Berg beendete seine Königsherrschaft nach nur einem Winter – und kostete Böhmen die Unabhängigkeit.





