Inspiriert vom Pariser „Théâtre Libre“, riefen Persönlichkeiten wie Otto Brahm, Maximilian Harden oder Gerhart Hauptmann – namhafte Schriftsteller, Kritiker und Intellektuelle ihrer Zeit – diese revolutionäre Bühne ins Leben. Die Gründung als privater Verein ermöglichte es ihnen, die strenge Zensur, die in Deutschland für öffentliche Aufführungen herrschte, zu umgehen. Mitglieder der „Freien Bühne“ bekamen so Zugang zu Aufführungen, die provokative und innovative Werke präsentierten, welche die sozialen Fragen und Realitäten ihrer Epoche aufgriffen – ein Zeugnis ihres Engagements für eine sowohl ästhetische als auch gesellschaftlich relevante Kunst. Das Konzept, avantgardistische Theaterprojekte aufzuführen, fand bald auch Nachahmer auf anderen Bühnen, was paradoxerweise nach nahezu zwei Jahrzehnten zum Ende der „Freien Bühne“ beitrug.





