Die Ärzteschaft reagierte beunruhigt, weil sie zunächst nicht verstand, was geschah. Fachkreise diskutierten fieberhaft, prüften Umweltfaktoren, Medikamente sowie Lebensweisen, und sie suchten nach einem gemeinsamen Muster. Weil einige Beobachtungen auf eine Übertragung über Sexualkontakte hindeuteten, richtete sich der Blick zunächst auf homosexuelle Männer. Früh setzte Stigmatisierung ein.
Ein Name für die neue Krankheit fehlte. Den Begriff „AIDS“ (Akquiriertes Immun-Defizienz-Syndrom) verwendeten Behörden und Fachwelt erst später. Wissenschaftler suchten gezielt nach einem infektiösen Auslöser und isolierten 1983 ein neues Retrovirus, das sie später als HIV (Humanes Immundefizienz-Virus) einordneten. Labore konnten nun messen, vergleichen und gezielter erklären, statt nur zu beschreiben.
Doch obwohl Wissen und Behandlung in den letzten Jahrzehnten sehr große Fortschritte gemacht haben, wirken bis heute Angst und Stigma fort. Viele setzen HIV und AIDS weiterhin mit einer tödlichen Krankheit gleich und stempeln betroffene Menschen als Gefahr ab.





