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AIDS schreckt die Welt auf
Zeitpunkte · 5. Juni 1981

AIDS schreckt die Welt auf

Plakataktion des Bundesgesundheitsministeriums im Jahr 1988. Die Aufklärungskampagne sollte Neuinfektionen verhindern. ullstein bild – Ex-Press

Am 5. Juni 1981 veröffentlichte die US-Seuchenschutzbehörde einen kurzen, sachlichen, fast spröden Bericht. Junge Männer, zuvor kerngesund, erkrankten plötzlich schwer. Sie litten an ungewöhnlichen Lungenentzündungen und entwickelten Tumore, die man sonst fast nur bei stark geschwächten Menschen kannte. Dann brach ihr Immunsystem ein. Einige starben binnen weniger Wochen.
Autor
Redaktion
01. Juni 2026
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Zeitpunkte

Die Ärzteschaft reagierte beunruhigt, weil sie zunächst nicht verstand, was geschah. Fachkreise diskutierten fieberhaft, prüften Umweltfaktoren, Medikamente sowie Lebensweisen, und sie suchten nach einem gemeinsamen Muster. Weil einige Beobachtungen auf eine Übertragung über Sexualkontakte hindeuteten, richtete sich der Blick zunächst auf homosexuelle Männer. Früh setzte Stigmatisierung ein.

Ein Name für die neue Krankheit fehlte. Den Begriff „AIDS“ (Akquiriertes Immun-Defizienz-Syndrom) verwendeten Behörden und Fachwelt erst später. Wissenschaftler suchten gezielt nach einem infektiösen Auslöser und isolierten 1983 ein neues Retrovirus, das sie später als HIV (Humanes Immundefizienz-Virus) einordneten. Labore konnten nun messen, vergleichen und gezielter erklären, statt nur zu beschreiben.

Doch obwohl Wissen und Behandlung in den letzten Jahrzehnten sehr große Fortschritte gemacht haben, wirken bis heute Angst und Stigma fort. Viele setzen HIV und AIDS weiterhin mit einer tödlichen Krankheit gleich und stempeln betroffene Menschen als Gefahr ab.

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