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Juden aus Landshut vertrieben
Zeitpunkte · 5. Oktober 1450

Juden aus Landshut vertrieben

Herzog Heinrich XVI. der Reiche von Bayern-Landshut war bekannt für seine judenfreundliche Politik. Die Juden waren bedeutende Stützen für eine stabile Wirtschaft in Heinrichs Herzogtum und genossen daher den Schutz und die Privilegien des Herzogs. Als dieser 1450 starb und sein Sohn Ludwig IX. die Herzogswürde erlangte, änderte sich diese tolerante Politik jedoch schlagartig. Am 5. Oktober des Jahres ließ Ludwig frühmorgens alle Juden in der Residenzstadt Landshut gefangen nehmen. Die Männer wurden ins Gefängnis gesperrt, Frauen und Kinder in der Synagoge eingeschlossen. Sämtliches Hab und Gut wurde beschlagnahmt und alle Schulden, die christliche Untertanen bei den Juden hatten, für ungültig erklärt. Obendrein hatten die Juden insgesamt 30 000 Gulden Lösegeld zu zahlen.
Autor
DAMALS-Redaktion
30. September 2025
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Zeitpunkte

Der Herzog kam damit einer jahrelangen Forderung des Stadtrats von Landshut nach und folgte außerdem dem Beispiel Herzog Albrechts III. von Bayern-München, der nur wenige Jahre zuvor die Juden aus seinem Herzogtum vertrieben hatte. Auch die Juden von Bayern-Landshut – nicht nur die Gemeinde in der Residenzstadt – mussten binnen weniger Tage das Herzogtum verlassen. Wer der Vertreibung entgehen wollte, musste sich taufen lassen. Die meisten Vertriebenen aber ließen sich in Regensburg nieder.

Das hohe Lösegeld, das er den Juden abpresste, kam dem Herzog übrigens sehr gelegen: Es erlaubte ihm, zwei Jahre später eine prunkvolle Feier anlässlich seiner Hochzeit auszurichten.

HerzogJudenLandshut

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