Die Konsequenzen dieses erpressten Geständnisses waren verheerend: Die Behörden verhafteten nicht nur den Beschuldigten Salomon, sondern durchkämmten die Mark Brandenburg nach weiteren Juden. Etwa 100 wurden nach Berlin gebracht und mit Salomon verhört und gefoltert. Mehrere starben an den Torturen. Man warf ihnen nicht nur Hostienfrevel vor, sondern auch die Ermordung christlicher Kinder, um deren Blut zu gewinnen. Beweise für diese haltlosen Anschuldigungen gab es nicht, nur die Geständnisse, die die verzweifelten Beschuldigten in höchster Pein unter der Folter gemacht hatten.
Am 6. Juli 1510 schließlich wurden in einem Schauprozess am Neuen Markt 41 Juden sowie Paul Fromm zum Tod verurteilt. In einer Massenhinrichtung auf dem „Rabenstein“, damals vor den Mauern Berlins, heute am Strausberger Platz, starben am 19. Juli schließlich 38, mit Ketzerhüten versehene, unschuldige Juden auf dem Scheiterhaufen. Zwei weitere wurden am Folgetag enthauptet, einer soll wegen seiner Verdienste als Augenarzt begnadigt worden sein. Eine Gedenkstele an der Stelle des damaligen Neuen Marktes erinnert heute an das grausame Morden, das zu Pogromen führte, bevor Kurfürst Joachim I. die Ausweisung der Juden aus der Mark Brandenburg anordnete.





