Vor Einführung der Briefmarke herrschte ein ineffizientes und oft ungerechtes System: Die Portokosten wurden nicht vom Absender, sondern vom Empfänger getragen. Die Gebühren waren zudem kompliziert gestaffelt und richteten sich nach der Entfernung sowie dem Gewicht des Briefes. Diese Praxis führte häufig zu unzustellbaren Sendungen, da Empfänger die Gebühren nicht zahlen wollten oder konnten.
Der britische Sozialreformer Rowland Hill erkannte die Notwendigkeit einer Veränderung. Er schlug ein einheitliches Tarifsystem vor, bei dem der Absender die Kosten im Voraus beglich. Seine Ideen überzeugten, und 1840 setzte die britische Regierung die Reform um. Bereits 1843 führten die Schweiz mit der „Zürich 4“ und Brasilien mit der „Ochsenaugen“-Marke ähnliche Systeme ein. Bald übernahmen weitere Länder das Konzept der vorfrankierten Postsendungen, was den Briefverkehr weltweit vereinfachte und beschleunigte.





