Trotz seiner Pracht mangelte es im Reichstagsgebäude an adäquaten Arbeitsbedingungen für die Abgeordneten. Das Gebäude selbst setzte kaum demokratische Akzente und vermied bewusst Bezüge zur revolutionären Tradition. Die Bauphase dauerte ein weiteres Jahrzehnt an, bis der Reichstag zum ersten Mal im Dezember 1894 am Königsplatz tagen konnte. Die Kosten für Errichtung und Ausstattung beliefen sich bis 1914 auf 31,5 Millionen Mark, finanziert aus französischen Kriegskontributionen. Heute gilt das nach Entwürfen des britischen Architekten Sir Norman Foster in den 1990er Jahren grundlegend umgestaltete Reichstagsgebäude als ein zentrales Symbol der deutschen Demokratie und als ein Mahnmal für die Bedeutung politischer Offenheit und Freiheit.





