Der irische Gelehrte Thomas Nugent (um 1700– 1772) legte 1756 seinen Reiseführer „The Grand Tour, or, A journey through the Netherlands, Germany, Italy and France“ vor. Er machte sich damit einen Begriff zu eigen, der auf den britischen Inseln im zurückliegenden Jahrhundert eine beeindruckende Karriere absolviert hatte. Noch im Jahrhundert zuvor hatte sich „Grand Tour“ lediglich auf eine Rundreise durch Frankreich bezogen. Doch mittlerweile war daraus das verheißungsvolle Synonym für eine weit ausgespannte Bildungsreise geworden, die Reiselust und Fernweh weckte.
Nicht nur britische Gentlemen, sondern auch Adlige aus den meisten anderen Regionen Europas begaben sich seit dem 16. Jahrhundert auf Erziehungs- und Bildungsreise. Während sich „Grand Tour“ in der Forschung auch jenseits Großbritanniens als eine Art Oberbegriff durchsetzte, bevorzugte die deutsche Forschung einen anderen Ausdruck: nämlich „Kavalierstour“.





