Am Morgen des 19. Oktober ritt ein Bote von Leipzig nach Berlin, um die Siegesnachricht zu überbringen. Für den 24. Oktober wurde eine Dankes- und Siegesfeier angesetzt, die ganz nach dem Muster des protestantisch-monarchischen Dankopfers den Sieg bei Leipzig als Krieg zum Wohl der Monarchie und des Landes feiern sollte. Nationale und freiheitliche Sieges- und Erinnerungsfeiern fanden nur in einigen deutschen Städten und zuletzt auf der Wartburg 1817 statt und wurden schließlich unterdrückt. Die politische Grundsatzfrage, ob die Völkerschlacht Teil eines Volks- und Freiheitkrieges oder eines traditionellen Koalitionskrieges zwischen den europäischen Mächten war, war zugunsten der alten Mächte entschieden.
Auch das künftige Schicksal Frankreichs war schon fast entschieden, als es Napoleon nach der Völkerschlacht gelang, durch ein Schlupfloch, das die Österreicher wahrscheinlich mit Absicht offen gelassen hatten, einen Teil seiner Truppen – es waren schätzungsweise rund 150 000 Mann – in Gewaltmärschen über Weißenfels und Erfurt in Richtung Frankfurt am Main zu treiben. Damit waren seine Truppen einer vollständigen Vernichtung entgangen, und Frankreichs Status als europäische Macht blieb vorerst gewahrt. Die Völkerschlacht bedeutete noch nicht das Ende von Napoleons Herrschaft, wohl aber das Ende seiner Macht über Deutschland. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 06/2013.
Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer





