In dieser Woche hat das einzigartige, rund 900 kg schwere Standbild Hildesheim zum letzten Mal als Leihgabe für eine Sonderausstellung verlassen. Das Kunsthistorische Museum Wien präsentiert Hem-iunu – gemeinsam mit 22 weiteren hochkarätigen Objekten aus der Ägyptensammlung des RPM – vom 22. Januar bis 20. Mai 2013 als eines der zentralen Objekte der Schau „Im Schatten der Pyramiden. Die österreichischen Grabungen in Giza“ (weitere Informationen unter http://www.khm.at/besuchen/ausstellungen/im-schatten-der-pyramiden/). Vor seiner Abreise musste das imposante Stück jedoch noch einiges über sich ergehen lassen, um wohlbehalten in Wien anzukommen: Zunächst wurden die Augen und die Nase mit vielen Lagen Mullbinde verbunden, um diesen besonders fragilen Bereich optimal zu schützen. Danach wurde die Statue mit einem Gabelstapler vorsichtig in eine speziell angefertigte Transportkiste geschoben und hier mit diversen Stützen rundum fixiert. So geschützt, reiste Hem-iunu mit seinen 22 Begleitern nach Wien. Das beeindruckende, lebensgroße Bildnis des Hem-iunu wurde für seine gewaltige Grabanlage auf dem Beamtenfriedhof von Giza geschaffen. Stark beschädigt fand es der Ausgräber Hermann Junker 1912 in einer gesonderten Statuenkammer. Die herausragende Bedeutung dieses Mannes, der Neffe und Wesir des Königs Cheops war, spiegelt sich nicht nur in seinen auf dem Statuensockel verzeichneten Titeln wider (siehe unten), sondern auch in der für diese Zeit ungewöhnliche Größe und Gestaltung der Figur. Dabei scheint man die Betonung der Körperfülle als Zeichen von Würde un Wohlstand eines Beamten hier zum ersten Mal bildlich umgesetzt zu haben. Die innere Spannung des Körpers, die Feingliedrigkeit von Fingern und Zehen sowie die charakteristischen Details des Gesichts mit dem schmalen, scharf geschnittenen Mund und dem kleinen, vorspringenden Kinn bilden einen bewussten Kontrast zur vordergründigen Schwerfälligkeit des Körpers und prägen die Individualität dieses Meisterwerkes.
Ab Anfang Juni werden die imposante Statue und die anderen Ägypten-Objekt wieder in der Hildesheimer Ägyptenausstellung zu sehen sein.





