Die nächste, im Abstand von mehr als 100 Jahren folgende große Ägyptenrenaissance ist dann das Ergebnis der Entdeckung des Grabes des Tutanchamun im Jahr 1922. Nun werden neben Zigarettenschachteln und Kaffeedosen unter anderem auch Reklameschilder mit Szenen aus altägyptischen Gräbern, Palästen und Tempelanlagen dekoriert, also Altägypten in großem Umfang für Werbezwecke eingesetzt.
Die Kabinettausstellung „Ägyptomanie en miniature“ des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst München ist dem kleinen Format der Ägyptenmode des 19. und 20. Jahrhunderts gewidmet, beschränkt sich also ganz bewußt auf Beispiele aus den kunsthandwerklichen Bereichen Schmuck und Mobiliar sowie auf Gebrauchsgegenstände und Werbemittel. Diese werden jedoch nicht isoliert als Einzelphänomene gezeigt, sondern im Kontext und Umfeld der ägyptisierenden Skulpturen aus der Villa Hadriana, die als Erwerbungen des späteren Königs Ludwig I. einen Schwerpunkt des Münchener Ägyptischen Museums bilden. Denn die allererste Begeisterung für Altägypten in Europa ist kein Phänomen der Neuzeit, sondern hat ihren Ursprung in der römischen Kaiserzeit.
Diese Präsentation ergänzt die Orientalismus-Ausstellung „Orientalismus in Eurpa – Von Delacroix bis Kandinsky“, die am 27. Januar in der Kunsthalle der Hypo- Kulturstiftung eröffnet wurde.





