Bei der Untersuchung der Wollhosen stießen die Forscher auf Interessantes: Die Hosen bestehen aus drei Teilen, zwei Beinstücken und einem gestuften Zwickelteil, die separat auf einem Webstuhl hergestellt wurden. Die Teile wurden mit großer Weite im Schritt zusammengenäht, so dass ein Spreizen der Beine seitwärts möglich war. Die Wissenschaftler rekonstruierten den möglichen Grund: Den Trägern dieser Hosen hatte man Zaumzeug und die typischen Waffen von Reiterkriegern mit ins Grab gelegt. Die Hosen wurden vor etwa 3200 Jahren gefertigt, also in der Zeit, in der in den Steppen Eurasiens die ersten Krieger zu Pferde auftauchten. Die Untersuchungen bestätigen die Vermutung, dass die Entwicklung des Hosenschnittes, wie wir ihn heute kennen, eng mit dem Beginn des Reitens verbunden war.
Die Forschungen gehören zum Projekt „Silk Road Fashion: Kommunikation durch Kleidung des 1. Jahrtausends v. Chr. in Ostzentralasien“. Fünf deutsche Partnereinrichtungen arbeiten dabei seit August 2013 mit der Chinesischen Akademie für Kulturerbe und dem Denkmalamt Xinjiang (VR China) zusammen. Gemeinsam wollen sie mehr über Technik- und Körperwissen in Ostzentralasien von ca. 1200 v. Chr. bis 300 n. Chr. erfahren. Zudem gilt es, mehr über die damaligen Sozialstrukturen, die Verfügbarkeit von Ressourcen sowie die Handelsnetze herauszufinden.





