Vor Jahrzehnten entdeckte der Archäologe Flannery in der Neuen Welt das älteste Rundbrot in den Oaxaca Höhlen in Mexico. Damals gab es keine Möglichkeit das Getreide zu datieren. Jetzt haben neue Analysemethoden gezeigt, dass der verwendete Mais 6.300 Jahre alt ist, berichtet Dolores Piperno vom Smithsonian Tropical Research Institute in Balboa, Panama im Fachmagazin “Proceedings of the National Academy of Sciences”.
Im Vorderen Orient und in Südchina ist die Geschichte des Getreide-Anbaus nach der letzten Eiszeit gut erforscht. Nur in der Neuen Welt weiß man noch immer sehr wenig über den Kultivierungsprozess., hält Mais für den Schlüssel zum Verständnis der Kulturentwicklung in der Neuen Welt.
Mais ist die kultivierte Form von Teosinte, einem Wildgras aus Südwest Mexiko. Wann jedoch Mais zum ersten Mal kultiviert wurde, ist unklar. Das Getreide der Rundbrote ist nachweislich angebaut worden, sagt der Ethnobotaniker Bruce Benz von der Texas Wesleyan University in Fort Worth. Da das Getreide der ältesten Brote aus Guila Naquitz nur zwei Kornreihen trägt, kann man davon ausgehen, dass dieses noch eng mit Teosinte, dass nur eine Kornreihe besitzt, verwandt war. Heute hat das Getreide 24 Kornreihen.
Piperno ist sicher, dass mit gezielten Grabungen noch Mais im Alter von 7.000 bis 10.000 Jahren entdeckt werden kann.
Birgit Kahler