Entstanden ist die Serie von Zeichnungen vor allem im Sommer 1942, rund zwei Jahre nachdem Teofila in das Ghetto ziehen musste. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann Marcel Reich-Ranicki kennen und betätigte sich als Grafikerin. 1943 konnten beide in den Untergrund fliehen und entgingen so der Deportation. In der Folgezeit ergänzte sie die Mappe um zwei weitere Blätter, nachdem sie es noch vor der Flucht geschafft hatte, die Bilder aus dem Ghetto schmuggeln und verstecken zu lassen. Erst 1999 wurden die Arbeiten zum ersten Mal öffentlich gezeigt.
Die vom Jüdischen Museum Frankfurt zusammengestellte Ausstellung wird nun im Jüdischen Museum in Wien zu sehen sein. Bei der Eröffnung am 15. September um 18 Uhr in der Außenstelle Museum Judenplatz werden die Künstlerin Teofila Reich-Ranicki und ihr Mann Marcel Reich-Ranicki zu Gast sein.
Das Museum Judenplatz wurde im Jahr 2000 eröffnet und beherbergt das Denkmal für die 65.000 österreichischen Opfer der Shoa. Die ehemalige Synagoge, die im frühen 15. Jahrhundert zerstört wurde, ist zugleich ein Ort des Mahnens und des Erinnerns. Neben historische Fakten zur Shoa thematisiert es die große jüdische Gemeinde im mittelalterlichen Wien und beinhaltet ein Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands.





