Auf dem Bild überquert der Pilger die Grenze zum Jenseits auf allen Vieren. Sein Körper bleibt noch in der irdischen Welt zurück, die mit Sternenhimmel, Sichelmond und sonnenbestrahlter hügeliger Landschaft dargestellt wird. Mit Kopf, Schultern und rechter Hand tastet er sich bereits in die unbekannte Welt vor und erfasst auf den ersten Blick ein Stück Himmelreich, das aus abstrakten Zeichen zu bestehen scheint: aus zwei Halbkreisen mit strahlenartigen Schraffierungen – vielleicht Gestirne – sowie Zeilen aus wolkenähnlichen Gebilden und Flammenspitzen.
Der unbekannte Künstler überlässt Eindrücke und Gefühle des Pilgers, der an anderer Stelle auch Missionar oder Wanderer genannt wird, der Phantasie des Betrachters. Die Räder links oben könnten, wie 1958 der Psychoanalytiker C. G. Jung vermutete, auf die Vision des alttestamentarischen Propheten Ezechiel anspielen, dem der Thron des Herrn erschien, umstellt von vier Erzengeln und vier ineinander verschränkten Rädern. Die Buchrolle am unteren Rand, die den Text nur in Strichen andeutet, könnte die Schrift symbolisieren.





