Überraschender Fund
Das Gebiet in der Kommune Vejen, in dem der Wikingerschatz entdeckt wurde, war schon früher einmal Fundort eines Wikinger-Schmuckstücks: Im Jahr 1911 stieß ein Bauer hier auf eine Goldkette aus der Wikingerzeit. “Deshalb haben wir im Museum schon länger darüber gesprochen, dass es interessant wäre, dieses Gebiet mal mit einem Metalldetektor zu untersuchen”, sagt der Archäologe Lars Grundvad vom Sønderskov Museum, der nach dem Fund hinzugezogen wurde. “Aber ich hätte nicht einmal in meinen wildesten Träumen geglaubt, dass Amateur-Archäologen dort gleich sieben Armreifen aus der Wikingerzeit finden würden.”
Als die drei Hobby-Archäologen das Feld mit ihrem Metalldetektor abgingen, schlug er schon nach zehn Minuten an. “Wir fühlten uns schon beim ersten Armreif, als hätten wir den Topf voll Gold am Ende des Regenbogens gefunden”, berichtet Marie Aagaard Larsen, eine der drei Finderinnen. “Aber als dann auch die anderen Armreifen auftauchten, war das schon fast irreal.”
Sieben Armreifen und 900 Gramm Gold
Insgesamt umfasst der Fund sechs goldene und einen silbernen Armreif. Allein das Gold wiegt 900 Gramm – das macht es zum größten jemals in Dänemark entdeckten Goldschatz aus der Wikingerzeit, wie Peter Pentz vom Nationalmuseum in Kopenhagen erklärt. “Allein einen dieser Armreifen zu finden wäre schon eine große Sache gewesen, gleich sieben zu entdecken ist wirklich etwas Besonderes.”
Wie die Archäologen erklären, sind zwei der neuentdeckten Wikinger-Armreifen im sogenannten Jelling-Stil angefertigt. Diese Form des Schmucks wurde während der Wikingerzeit von den Eliten der damaligen Gesellschaft getragen. Pentz erklärt, dass solche Armreifen häufig von Wikinger-Anführern an getreue Gefolgsleute verschenkt wurden, um diese zu belohnen oder aber um eine Allianz zu schmieden.
Warum der Goldschatz im Boden vergraben wurde, ist bisher unklar. “Er könnte als Teil einer Art Ritual eingegraben worden sein”, mutmaßt der Forscher. “Genauso wäre es aber möglich, dass der Schatz von jemandem vergraben wurde, der ihn in Sicherheit bringen wollte und der ihn dann später nicht wieder bergen konnte.” Die Schmuckstücke sollen nun im Nationalmuseum noch weiter untersucht werden.





