Anfangs machte sich die Hilfsorganisation in erster Linie zum Sprachrohr all derjenigen Inhaftierten, die aufgrund von religiösen oder politischen Ansichten im Gefängnis saßen – egal, ob im Osten oder im Westen. Doch Verletzungen von Menschenrechten gab es zuhauf. Sehr bald prangerte die Organisation weitere inhumane Missstände an. In den 1970er Jahren kritisierte sie etwa die systematischen Folterungen der Pinochet-Diktatur in Chile, in den 1980er Jahren agitierte sie gegen die Todesstrafe. Mit geschickten Kampagnen, bei denen auf die neuesten elektronischen Kommunikationsmittel wie Faxgeräte zurückgegriffen wurde, weckte sie ein breites Medieninteresse. 1976 hatte Amnesty International bereits 100 000 Mitglieder. Ein Jahr später erhielt die Organisation den Friedensnobelpreis.





