Mit der Foto-Sonderausstellung „Technik für Hitlers Olympia – Die Spiele von 1936 als Testfeld neuer Medien” greift das Deutsche Technikmuseum dieses Ereignis auf, das viel über das Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft, Sport und Propaganda erzählt. Die Schau ist bis zum 3. Oktober 2016 zu sehen.
Das NS-Regime benutzte diese Olympischen Spiele, um der Welt Deutschlands „neue Größe” und seinen scheinbar weltoffenen Charakter zu zeigen. Für die propagandistischen Inszenierungen griffen die Organisatoren auf die damals modernste Medientechnik zurück: Erstmals wurde Olympia live in Radio und Fernsehen übertragen. Die Berliner Firma Telefunken GmbH, seinerzeit führend auf dem Gebiet der Funktechnik und Elektronik, übernahm einen Großteil der technischen Ausstattung. Sie dokumentierte dies mit hochwertigen Fotografien – auch als Leistungsnachweis gegenüber dem nationalsozialistischen Staat als wichtigstem Auftraggeber.
Die in der Ausstellung gezeigten 64, bisher größtenteils unveröffentlichten Schwarzweißaufnahmen sind Teil des Firmenarchivs von AEG-Telefunken, das heute im Historischen Archiv des Deutschen Technikmuseums betreut wird.
Olympia überall – Pilzlautsprecher beschallen Berlin
Durch Live-Berichterstattungen sollten möglichst viele Menschen direkt an den olympischen Ereignissen teilhaben. Telefunken stattete das neugebaute Olympiastadion und einen Großteil der anderen Sportstätten mit der damals modernsten Medientechnik aus: von der Stadionbeschallung bis hin zur Radio- und Fernsehübertragung. Viele der Technologien wurden das erste Mal in einem größeren Umfang eingesetzt.
Eine Bilderfolge dokumentiert den Aufbau und Test der Lautsprecheranlage im Stadion. Ganz im Sinne des Architekten Werner March bleibt der Großteil der Technik hinter den Kulissen verborgen. Eine Ausnahme bildeten die sogenannten Löschstrahl-Lautsprecher, die sich ästhetisch der klaren Stadionarchitektur anpassten. Sie waren so verteilt, dass von allen Plätzen aus die Kommentare und Durchsagen der Stadionsprecher und Reporter gut zu verstehen waren.
Weitere Aufnahmen zeigen den Aufbau der komplexen Technik, so unter anderem der Regieanlagen oberhalb der Haupttribüne, in der die Signale von über 300 auf dem Olympiagelände installierten Mikrofonen zusammenliefen, und der riesigen 1000-Watt-Verstärkerschränke in den Katakomben des Stadions.
Gleichzeitig mit der Übertragung an die deutschen und 41 ausländischen Radiosender wurden die 3000 Liveberichte auch über öffentliche Lautsprecheranlagen ausgestrahlt. In den Sportstätten und auf vielen öffentlichen Plätzen – in Berlin zum Beispiel vor dem Dom, dem Zeughaus und der Siegessäule – wurden sogenannte Pilzlautsprecher aufgestellt.





