Im Frühsommer 1944 hatte das von Marschall Philippe Pétain geführte autoritäre Regime das Vertrauen der französischen Bevölkerung verspielt. Die aktive Zuarbeit des Vichy-Regimes für die Deutschen bei der Judenverfolgung, das Hinnehmen des Einmarsches der Wehrmacht in das bis 1942 unbesetzte Südfrankreich und vor allem die auf Druck der Besatzer eingeführte Zwangsrekrutierung der Jahrgänge 1920 bis 1922 für den Arbeitseinsatz in Deutschland, den „Service du travail obligatoire“ (STO), im Februar 1943 führten bei vielen Franzosen zur Ernüchterung. Der STO stieß bei den Betroffenen auf massive Ablehnung und diskreditierte das Vichy-Regime wie keine andere Maßnahme bei der Bevölkerung. Auch wenn nur eine Minderheit der Verweigerer des STO in den aktiven Widerstand ging, war ihre Gesamtzahl von rund 25 000 ausreichend, um die Struktur der Résistance grundlegend zu verändern und diese auch in den ländlichen Regionen zu verankern.
Dem 1940 noch fast unbekannten Charles de Gaulle war es bis 1944 gelungen, große Popularität bei den Franzosen zu erreichen. Gleichzeitig hatte er es im Mai 1943 geschafft, die größten, unabhängig von ihm in den ersten Besatzungsjahren entstandenen Widerstandsgruppen unter seiner symbolischen Führung mit den sechs wichtigsten demokratischen Vorkriegsparteien, darunter die Kommunistische Partei Frankreichs (PCF), im „Conseil National de la Résistance“ (CNR) zu einen. 1944 kontrollierte der PCF den CNR allerdings zunehmend, aber die Rolle de Gaulles als Führungsfigur konnte und wollte selbst der PCF offensichtlich nicht in Frage stellen. Noch vor der alliierten Landung gelang es de Gaulle zudem, alle militärischen Formationen des Widerstands in den „Forces françaises de l’intérieur“ (FFI) unter die Führung eines seiner treuesten Gefolgsmänner, des Generals Marie-Pierre Koenig, zu bringen. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 06/2014.
Dr. Steffen Prauser





