Die Endurance-Expedition des britischen Polarforschers Sir Ernest Shackleton ging in die Geschichtsbücher ein. Ziel der 1914 gestarteten Imperial Trans-Antarctic Expedition war es, die Antarktis zu durchqueren. Dafür sollte Ernest Shackleton mit seinem Team mit dem Schiff “Endurance” das Weddellmeer anlaufen und von der dortigen Küste aus die Querung beginnen. Eine zweite Gruppe steuerte mit der “Aurora” das gegenüberliegende Rossmeer an und sollte dem Querungsteam von dort aus entgegenkommen.
Heldengeschichte der Antarktisforschung
Doch der Plan ging auf spektakuläre Weise schief: Die Endurance wurde im Weddellmeer vom Packeis eingeschlossen und Shackleton und seine Männer drifteten monatelange mit ihrem Schiff durch das Eis. Ende Oktober 1915 presste der Eisdruck den Schiffsrumpf so stark zusammen, dass er trotz seiner besonders stabilen Bauweise brach und Wasser ins Innere lief. Die Mannschaft musste daraufhin ihre Vorräte und Ausrüstung bergen und das Schiff verlassen. In einem Camp auf dem Packeis harrten sie aus, in der Hoffnung, dass sich das Eis lichten und bald Rettung eintreffen würde. Am 21. November 1915 sank die “Endurance” schließlich, nach Angaben der Expeditionsteilnehmer auf 69° 05′ südlicher Breite und 51° 30′ westlicher Länge.
Wie es Shackleton und seine Mannschaft schafften, zu Fuß und mithilfe der zuvor geborgenen Rettungsboote des Schiffs das Packeis zu verlassen und Land zu erreichen und wie sie die Widrigkeiten der Antarktis überlebten, ohne dass ein einziger Mann starb, gilt bis heute als eine der größten Heldengeschichten der Polarforschung. Obwohl der Verlauf der Expedition durch Aufzeichnungen des Teams und Bilder des Expeditionsfotografen Frank Hurley gut dokumentiert ist, blieb das weitere Schicksal der “Endurance” im Ungewissen. Zwar war der Ort ihres Sinkens bekannt, das Packeis machte die Stelle jedoch weitgehend unzugänglich, sodass das Wrack des berühmten Schiffs bisher nicht gefunden wurde. Auch die letzte Suche nach dem Wrack im Jahr 2019 musste abgebrochen werden, weil das Expeditionsschiffs drohte, im Eis eingeschlossen zu werden.
Neue Fahndung nach der “Endurance”
Jetzt ist ein neuer Anlauf in Vorbereitung. Lanciert vom Falklands Maritime Heritage Trust. Im Februar 2022 soll eine Gruppe von Unterwasser-Archäologen und Polarforschern mit dem Forschungsschiff “Agulhas II” von Kapstadt in Südafrika aus ins Weddellmeer aufbrechen. Ziel ist es, das Wrack der “Endurance”, das in rund 3000 Meter Tiefe liegen soll, aufzuspüren, zu kartieren und zu filmen. Expeditionsleiter Mensun Bound erklärt: “Der Versuch, das Wrack der Endurance zu finden, ist ein immens aufregende Unterfangen, das lange als unmöglich galt. Angesichts der harschen antarktischen Umgebung gibt es auch für uns keine Erfolgsgarantie, aber wir lassen uns durch die großen Entdecker der Antarktis inspirieren.”





