Die Reduktion einer menschlichen Charakterstudie auf das Gesicht ist eine verhältnismäßig späte Entwicklung. Für die Griechen gehörte selbstverständlich die Darstellung des Körpers dazu, nur sind diese oft lebensgroßen Statuen meist nicht mehr erhalten. Die Schau lässt nachvollziehbar werden, dass es bei den Griechen idealisierte Porträts ebenso wie realistischere, individuellere Gestaltungen gab, die dann in römischer Zeit wahre Triumphe feierten. Vor allem die Porträts alter Männer aus spätrepublikanischer Zeit voller Lebensspuren berühren sehr, während das Bildnis des Kaisers Augustus mit Eichenlaubkranz, obgleich mit individuellen Zügen ausgestattet, Unnahbarkeit und Würde ausstrahlen sollte. Als zeitloses Ideal wurde seine Frau Livia gestaltet. Der Katalog ist im Hirmer Verlag, München, erschienen.





