Auch der dänischstämmige Hans Egede, protestantischer Pfarrer im Norwegen des 18. Jahrhunderts, war fasziniert, als er das erste Mal von Grönland hörte. Für lange Zeit war die Insel in Vergessenheit geraten, nachdem im 15. Jahrhundert der Kontakt zum europäischen Festland abgerissen war. Egede wollte den Grönländern das Christentum bringen und erwirkte die Missionserlaubnis von König Friedrich IV. von Dänemark.
Am 3. Juli 1721 landete er in Begleitung seiner Familie an der Westküste der Insel an einem Ort, den er später Godthåb (das heißt „Gute Hoffnung“) nannte. Hier traf er auf Inuit, um deren Christianisierung er sich fortan bemühte. Für die nächsten 15 Jahre lebte er unter ihnen und lernte ihre Sprache. Über seine Erfahrungen führte er ein ausführliches Tagebuch, das von seinen vielen Erlebnissen, aber auch von den Schwierigkeiten bei der Vermittlung des Christentums berichtet. Eine 1734 ausbrechende Pockenepidemie, der alle Inuit in Egedes Missionskolonie zum Opfer fielen, machte seine Arbeit schließlich zunichte. 1736 reiste er zurück nach Kopenhagen und gründete dort ein Seminar für Grönland-Missionare.





