Der untadelige Lebensstil des Apuleius bot wenig Angriffsmöglichkeiten, also flüchtete sich der Mann in den Anklagepunkt der Magie: Apuleius habe mit übernatürlichen Kräften Aemilia Pudentilla verführt und sich gefügig gemacht. Im Jahr 158 oder 159 kam es zum Prozess vor dem Provinzstatthalter. Apuleius’ Verteidigungsrede ist unter dem Titel „Über Magie“ in einer wohl überarbeiteten Fassung erhalten. Der angeklagte Intellektuelle präsentierte sich vor dem Richter als Gelehrter, der höchstens eine Art weiße Magie praktiziere, welche erlaube, die Götter zu erkennen. Falls er wirklich schwarze Magie ausüben könnte, hätte im Übrigen wohl niemand gewagt, ihn anzuklagen, wandte er ein. Apuleius glänzte stilistisch und mit feiner Ironie; tatsächlich wurde er freigesprochen. Es heißt, er habe später in Karthago gelebt und dort ein ganz traditionelles Priesteramt ausgeübt.





