Die Nekropole von Sakkara liegt rund 20 Kilometer südlich von Kairo am westlichen Nilufer. Die Totenstadt gehört zu den größten und am längsten genutzten des alten Ägypten. Ihr Name leitet sich vermutlich vom ägyptischen Totengott Sokar ab. Schon vor rund 5000 Jahren wurden auf diesem ausgedehnten Wüstenplateau Tote in speziellen Grabbauten, den sogenannte Mastabas, bestattet. Ab der dritten Dynastie des Alten Reichs um 2650 vor Christus begannen die Ägypter, in dieser Nekropole Pharaonen in Stufenpyramiden und Pyramiden zu bestatten, darunter König Djoser. Auch ab dem Neuen Reich wurde die Nekropole von Sakkara weiter genutzt.
In tiefen Schächten verborgen
Zur Zeit der 26. Dynastie – vor rund 2600 Jahren – fanden in Sakkara vor allem Priester, hohe Beamte und Würdenträger ihre letzte Ruhestätte in tiefen schachtartigen Gräbern. Über diesen Grabkatakomben standen oft tempelartige Gebäude, von denen heute aber kaum noch etwas erhalten ist. Dafür haben Archäologen in den letzten Jahren gleich mehrere spektakuläre Funde bei Ausgrabungen in den Grabschächten gemacht. Darunter waren die Sarkophage von Priesterinnen einer Schlangengöttin sowie das Grab eines Priesters mit silberner Totenmaske.
Bei jüngsten Ausgrabungen sind die Archäologen des ägyptischen Antikenministeriums nun auf insgesamt 59 noch intakte Sarkophage aus der Zeit der 26. Dynastie gestoßen. Das sei eine spektakuläre Entdeckung und einer der umfangreichsten Funde in Sakkara, sagte der ägyptische Antikenminister Khaled al-Anani bei einer Pressekonferenz am 3. Oktober 2020. Möglicherweise sei dies aber erst der Beginn noch weiterer Funde. Beim Ausheben von drei Grabungsschächten hatten die Forscher bereits Anfang September 13 Sarkophage entdeckt, dann wurden in einer weiteren Schicht noch mehr Särge gefunden.
Seit 2600 Jahren nicht geöffnet
Wie al-Anani mitteilte, sind die Sarkophage sehr gut erhalten, selbst ihre farbenprächtige Bemalung sei noch gut zu erkennen. Ersten Untersuchungen zufolge sind die Särge seit ihrer Bestattung vor 2600 Jahren unberührt und ungeöffnet geblieben. Inzwischen haben die Archäologen einige davon geöffnet. “Es ist kaum zu beschreiben, welche Gefühle dies auslöst, wenn der Sarkophag zum ersten Mal nach 2600 Jahren wieder geöffnet wird”, so al-Anani. “Die Mumie sah aus, als wäre sie erst gestern mumifiziert worden.” Den Archäologen zufolge handelt es sich bei den Toten in den Sarkophagen um Priester und hohe Würdenträger des Späten Reichs.
Neben den Sarkophagen haben die Archäologen auch Grabbeigaben dieser Toten geborgen. Unter ihnen sind 28 Götterstatuen aus Holz, sowie eine bronzene, mit Edelsteinen besetzte Götterfigur. Auch Tierfiguren und Priesterdarstellungen schmückten die Gräber. Die Archäologen erwarten aber auch hier noch weitere Funde.





