Etwa 180 Fachleute aus kommunalen, privaten, staatlichen und kirchlichen Archiven in NRW waren zu der zweitägigen Fachveranstaltung nach Remscheid gekommen, die das LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum (LVR-AFZ) in Zusammenarbeit mit der Medienberatung NRW organisiert hatte. Da der inhaltliche Schwerpunkt bei der Bedeutung der Archive für die historische Bildung lag, nahmen darüber hinaus auch zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer aus unterschiedlichen Schultypen teil.
Dr. Arie Nabrings, Leiter des LVR-AFZ, umriss die Funktion der Archive im Kontext von Bildungsarbeit: Sie unterstützen Geschichts- und Heimatvereine, konzipieren kulturgeschichtliche Ausstellungen, kooperieren mit Schulen und gewährleisten vor allem die individuelle Benutzung von historischen Dokumenten. Das LVR-AFZ stellt auch hierzu den Archiven seine Beratungsleistung zur Verfügung. Wie so etwas in der Praxis aussehen kann, präsentierten Archive aus Viersen, Siegburg, Ratingen und Düsseldorf: Die Impulse reichten vom vorschulischen Bereich über die Erwachsenenbildung bis hin zur Seniorenarbeit. Am zweiten Veranstaltungstag stand die Zusammenarbeit von Archiven und Schulen im Fokus. Die Medienberatung NRW, ein gemeinsames Angebot des LVR-Zentrums für Medien und Bildung und des LWL-Medienzentrums für Westfalen im Auftrag des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW, gestaltete diesen Tag als Auftakt der neuen Initiative “Bildungspartner NRW – Archiv und Schule”. Dazu waren neben den Archivarinnen und Archivaren gezielt Lehrerinnen und Lehrer eingeladen.
Die Geschichtsdidaktikerin Prof. Dr. Saskia Handro von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster führte die Teilnehmenden fachlich in die Zusammenarbeit von Archiven und Schulen ein. Die vorgestellten Projekte aus Kerken, Gescher, Düsseldorf und Euskirchen reichten von einer Zeitreise für Grundschülerinnen und Grundschüler und einer Forscher-AG über eine Förderschulunterrichtsreihe zum Thema Mühlen bis hin zu einer Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten. Sie machten deutlich, wie beide Seiten von einer Zusammenarbeit profitieren können.
Bereits vor dem offiziellen Start der Initiative gibt es fünf Archive, die sich verbindlich mit Schulen zu einer Bildungspartnerschaft verabredet haben. Neben den Archiven können in NRW auch die Bibliotheken, die Volkshochschulen, die Museen, die Medienzentren und die Musikschulen Kooperationen mit Schulen im Rahmen der Initiative “Bildungspartner NRW” eingehen. Aktuell existieren 955 solcher Partnerschaften.
Remscheid kam damit als Veranstaltungsort eine gleich doppelte Bedeutung zu: Zum einen als Kommune, die bereits über praktische Erfahrung in der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Archiv verfügt. Zum anderen wurde hier während des Rheinischen Archivtags offiziell der Startschuss für die Bildungspartnerschaft “Archiv und Schule” gegeben.





