Die beteiligten Verlage (Theiss und die Wissenschaftliche Buchgesellschaft) sind für Bücher bekannt, die hohen Ansprüchen genügen. Mängel wiegen deshalb schwer; einige seien genannt, da auch sie noch die Weite des Beobachtungsfeldes erkennen lassen. Aix, Augusta, Spira bleiben unübersetzt (Aachen, Augsburg, Speyer). Fleury, Hastings, Lindisfarne und die Reichenau sind falsch lokalisiert. Verwechselt werden Anastasius und Athanasius, Georg und Gregor der Große, ferner Diö‧zese und Bischofssitz.
Ärgerlich sind auch manche Übersetzungen wie „Heiligstätte“ statt „heilige Stätte“ sowie die „sieben Taten der Barmherzigkeit“ im Freiburger Münster; dargestellt sind dort die sechs „Werke der Barmherzigkeit“. Nicht wenige Aussagen befremden: Die Regel Benedikts enthalte „keine kulturellen Aufgaben“; die Kirche sei über die Wirren der Völkerwanderung hinweg „in allen Städten nördlich der Alpen lebendig“ geblieben; Karl der Große habe örtliche Machthaber „von einem Wandertournée der königlichen Gesandten (missi dominici ) überwachen“ lassen. Der Sinn anderer Aussagen bleibt auch nach mehrmaligem Lesen dunkel.
Im Literaturverzeichnis fehlen grundlegende Werke wie das Lexikon des Mittelalters oder der Atlas zur Kirchengeschichte. Nach gründlicher Neubearbeitung von Text und Bildlegenden könnte ein Atlas vorliegen, zu dem Liebhaber noch in Jahrzehnten gern greifen werden.
Rezension: Ohler, Norbert





