Immer wieder fragt Sonnabend nach den Vorstellungen, die sich mit dem Thema Arbeit verbanden. Dabei wird deutlich, dass der Faktor sozialer Ungleichheit eine große Rolle spielte. Die römischen Eliten folgten dem Ideal eines würdigen Müßiggangs (otium cum dignitate). Ein derart gestaltetes Leben bestand vor allem in der Beschäftigung mit Philosophie, Literatur oder Politik. Körperliche Arbeit dagegen genoss keinen allzu guten Ruf. Trotzdem zeigt sich, dass etwa bei Handwerkern durchaus ein gewisser Stolz auf die eigene Tätigkeit möglich war. Leser dieses Buches jedenfalls nähern sich eher dem elitären Ideal an, denn es nützt und belehrt gleichermaßen, und die Lektüre fühlt sich gar nicht nach Arbeit an.
Rezension: Dr. Sebastian Rojek
Holger Sonnabend (Hrsg.)
Von harter Arbeit und fairen Löhnen
Texte aus der Antike
Reclam Verlag, Ditzingen 2024, 144 Seiten, € 8,–





