Neun stimmungsvoll inszenierte Fundstätten laden dazu ein: Da ist zum Beispiel die versunkene Offiziersküche mit Bildern eines opulenten Festmahls und Gesprächen zum Mithören. Archäobiologische Untersuchungen aus dem Küchenbogen zeigen, dass Spanferkel, Singvögel, Wild, Mittelmeermakrelen und Austern besonders geschätzt waren. Die Ruine der römischen Therme ist mit Licht und Düften belebt.
Eine besondere Attraktion ist die einzige bis heute funktionierende römische Wasserleitung nördlich der Alpen. Die Leitung ist rund 2400 Meter lang und führt von Hausen bei Brugg in das Legionslager. Dort wurde das Frischwasser in Tonröhren, Bleileitungen und Holzteucheln weiter verteilt. Die Wasserleitung erfüllt seit fast 2000 Jahren ihren Dienst und speist noch heute einen Springbrunnen.
Das Amphitheater liegt außerhalb des Legionslagers. Es wurde durch die 13. Legion zuerst in Holz errichtet. Nach einem Brand ersetzte es die 21. Legion durch den heute erhaltenen Steinbau. Es fasste rund 11000 Zuschauer und ist das älteste Amphitheater der Schweiz. Beliebt waren Tierhatzen und Gladiatorenkämpfe.
Viele der Schauplätze sind von außen verborgen und für Gäste des Legionärspfads im Glanz modernster Inszenierungen exklusiv zugänglich. Familien und Schulklassen dürfen sich auf Spieltouren und Publikumsevents freuen. Erwachsenen bietet der Legionärspfad Thementouren durch das Legionslager bis hin zum Schlemmen in römischer Umgebung.
Die Mannschaftsstuben sind an historischer Stätte originalgetreu nachgebaut. Ein solches Contubernium besteht aus zwei Räumen, darin waren jeweils acht Legionäre untergebracht. In den Unterkünften können Schulklassen, Familien und Gruppen eine “römische Nacht” verbringen. Und die Familien-Sonntage laden ein, in der Römerwerkstatt Fabrica zu spielen und Brot zu backen wie vor 2000 Jahren! Das antike Vindonissa hat seinen Ursprung in einer wohl gleichnamigen keltischen Siedlung, die den strategisch wichtigen Punkt am Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat kontrollierte. Während des Alpenfeldzugs des Kaisers Augustus im Jahr 15 v. Chr. errichteten römische Soldaten am Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat einen Militärposten, der später unter Kaiser Tiberius zu einem Legionslager ausgebaut wurde.
Das etwa 20 Hektar große Lager wurde von der 13. Legion zunächst in Holz und Lehm errichtet und von der nachfolgenden 21. Legion schrittweise in Stein um- und ausgebaut. Als letzte Truppeneinheit ist die 11. Legion bezeugt. Ausserhalb des Legionslagers entwickelte sich im Laufe der Zeit eine Zivilsiedlung, die mit einer Fläche von rund 45 Hektaren wohl an die 10000 Bewohner umfasste.
Film-Trailer zum Legionärspfad: http://www.youtube.com/watch?v=mnYw9N9qwGc





