Die Alchemie steht für einen faszinierenden und facettenreichen Erfahrungsraum der Geschichte, den immer auch die Aura des Magischen und Geheimnisvollen umgab. Das mag dazu geführt haben, dass man bis in unsere Zeit mit der Alchemie beinahe nur noch das betrügerische Goldmachen, vagabundierende Abenteurer und Scharlatane verbindet. Vielmehr aber steht hinter ihr eine schon im hellenistischen Ägypten wurzelnde lange naturphilosophische Tradition: Sie war von der Idee getragen, die verborgenen Zusammenhänge der Natur zu verstehen. Die Wandlungsfähigkeit der Stoffe – in den Metamorphosen und Altersstufen der belebten Natur mit Händen zu greifen –, wurde als Wachstums- und Reifungsprozess auch der unbelebten Natur zugesprochen: so sollten die Edelmetalle Gold und Silber die reine und vollkommenste Form darstellen, alle anderen Mineralien und Steine wurden als noch unreif betrachtet und sollten durch die Alchemisten in ihrer Reifung zu edleren Metallen unterstützt werden.
Die Herzog August Bibliothek besitzt hervorragende historische Bestände zur Alchemie und hat diese in den vergangenen Jahren auch durch antiquarische Erwerbungen ergänzen können. Die systematische Erschließung dieses Quellenfundus verspricht der wissenschafts-, kunst- und kulturhistorischen Forschung einen wesentlichen neuen Zugang zu den Quellen.





