Mai 1614: Zwei junge Engländer empfangen in Rom die Priesterweihe. Der eine von ihnen ist niemand Geringeres als Tobie Matthew, der Sohn des Erzbischofs von York, der zweite sein Reisegefährte George Gage. Sie reisen im Gefolge des englischen Diplomaten Thomas Howard, 21. Graf von Arundel (1585–1646). Unterwegs waren sie in offizieller Mission: Es galt, die Eheschließung des englischen Kronprinzen und Thronfolgers Charles (1600–1649, seit 1625 König Karl I.) mit der spanischen Infantin María Ana einzufädeln. Verhandelt wurde in Neapel, das Königreich gehörte zur spanischen Krone.
Die Hochzeit sollte die englisch-spanischen Beziehungen auf neue Füße stellen. Schon 1604 war eine Ära der Rivalität zwischen beiden Kronen mit einem Friedensschluss beendet worden. Nun konnten Briten endlich wieder ungefährdet über den Kontinent reisen. Der Graf von Arundel ergriff die Gelegenheit und brachte nicht nur seine Gemahlin mit auf den Kontinent, sondern nutzte die Reise auch für ausführliches Sightseeing. Kurz vor der Konversion der beiden jungen Gentlemen war der Earl in Neapel gewesen, hatte dort in großem Stil Bücher erworben und die Reste eines Dioskurentempels bestaunt. Auch über die Phlegräischen Felder war er geritten.





